Thumber, Drücker und Co
Posted on Dezember 17th, 2009 in Kessel, Material, Technik, Kesselgucken, Ballistik, Visual Play, Roulette Computer |
Oft kursiert in Internetforen und in der Literatur der Begriff “Thumber”. Da uns viele Spieler nach Details zu solchen Geräten fragen hier ein paar kurze Informationen. Zu Beethoven komme ich auch noch…
Der Begriff entstammt dem US-Sprachgebrauch und lässt sich mehr oder minder gut mit “Daumendrücker” übersetzen. Die Urform des Thumbers wurde eben nur mit dem Daumen bedient. Der Thumber ist ein Taktgeber, der einen konstanten Puls abgibt. Per Vibration oder LED oder per Stromschlag - für Masochisten. Es gibt Geräte mit justierbarem Puls und welche die schlicht nur einen Takt beherrschen.
Wozu das Ganze? Nun, Kesselgucker benötigen für viele Methoden einen fixen Zeittakt, um eine Kugelumlaufrunde exakt erkennen zu können. Oft ist die Runde gesucht, in der die Kugel 1 Sekunde (Beispiel) benötigt. Da Stoppuhren (fast) verboten sind, bedient man sich also anderer Hilfsmittel, unter anderem dem Thumber, der ja verborgen in der Hosentasche oder der hohlen Hand bedient wird.
Es gilt zwei Typen zu unterscheiden. Der eine Thumber startet per Tastendruck und liefert ab diesem Moment eine festen Puls. Manche Geräte mit Relais schalten nach dem Tastendruck schlicht einmal mit fühlbarem “Klack” nach einem definierten Zeitabschnit. Oft per Poti einstellbar. Solche Geräte können Hobby-Elektroniker schon zusammenlöten, Bauteile für ein paar Euro und etwas Geschick vorrausgesetzt. Relais haben nur ein Problem: Sie sind von der Ladung der Batterie abhängig - ist diese schon zu schwach, kann das Relais auf sich warten lassen und den Zeittakt verfälschen. Geräte mit Vibrationstakt sollten eng am Körper getragen werden, sonst merkt man vielleicht zu wenig.
Andere Geräte liefern ununterbrochen einen Puls. Sie sind eher mit Metronomen vergleichbar, wie sie jeder Musiker kennt. Mancher erinnert sich auch an die Knechtschaft der Pianostunden, bei denen das Taktell (alter Begriff für Metronom) oben auf dem Klavier einem gnadenlos das eigene unrhythmische Spiel vor Augen führte. Beethoven`s Büste schaute dann immer extra grimmig…
Ein bekannter Vertreter ist die sogenannte Metronomuhr. Sie hat den Vorteil, dass sie wie eine Uhr am Handgelenk getrage wird und der Puls in einem sehr grossen Bereich einstellbar ist. Eher für Musiker oder Jogger erfunden, aber auch für Kesselgucker nützlich.
Der amerikanische Kesselgucker Laurance Scott hat sogar in seinem Buch “Professional Roulette Prediction” eine Bauplan samt Stückliste abgedruckt, ideal für jeden Bastler. Bob Gordon verkaufte auch fertig gebaute Thumber mit seinem Skript “Advanced Roulette Prediction“.
Wer ein iPhone besitzt kann auch mal mit dem passenden App experimentieren. Statt des Kopfhörers kann man sich ja eine andere Ausgabeschnittstelle basteln.
Link: www.youtube.com
Solche und andere Lösungen werden auch gerne in Internet-Foren diskutiert. Hier ein passender Beitrag aus dem Paroli-Forum: Forum Post zum Ausstiegszeitpunkt
Der Kreativität sind mal wieder keine Grenzen gesetzt. Grenzen setzt nur ein Stück Papier: die Spielbankordnung. Derartige Spielhilfen fallen mancherorts in die Kategorie unerlaubte Spielhilfe und es droht einem die Sperre, wenn der Saalchef Unverständnis zeigt. Es ist auch schwer einen selbstgebastelten Thumber als medizinisch notwendigen Gallenblasenschrittmacher dem fragenden Saalchef zu verkaufen. Als passive und indirekte Spielhilfe fallen Thumber wohl kaum unters Strafrecht, aber man sollte es nicht in Las Vegas probieren.
Ich rate auch immer ab von Hilfsmitteln, da man durch den Gebrauch (und Probleme) des Hilfsmittels oft viel zu sehr abgelenkt ist. Besser gleich das eingebaute Gehirn benutzen… Zudem gucken sicher die Saalchefs, wenn man in der Tasche zu oft rumfummelt oder am Handgelenk rumnestelt - die Angst vor Roulette-Computern ist grad sehr gross…
Wozu auch. Den Thumber braucht man nicht. Man kann jeden Thumber ersetzen durch kurzes Training. Wenn man sich mal einen Nachmittag mit einer Stoppuhr hinsetzt und etwas trainiert, kann man das ganz einfach lernen. Es reicht oft zu zählen… 1-2-3-4 oder man nimmt eine kurze Textzeile: “Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz” - oder ähnlich originelles. Ich selber zähle triolisch 1-2-3… 1-2-3… liegt mir am besten… vielleicht hätte ich Turniertänzer werden sollen… und mehr Beethoven spielen…
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One Response
Nette gemacht dieser Blog. Sowas sieht man wirklich sehr selten. Glueckwunsch.