Wer schon einmal diese magischen vier Buchstaben gehört hat, der weiß wohl in etwa, worum es geht, hat aber wohl kaum gedacht, daß daraus ein Thema für die Zukunft in den Casinos werden könnte.
RFID steht für radio frequency indentification device und meint einen kleinen Chip, der per Funk ausgelesen werden kann. Bis jetzt eher in der Warenwirtschaft genutzt, sind nun Chips und Jetons mit diesem Chip ausrüstbar. Die Produktnamen wie  Safechip, Smartchip oder Chipsoft meinen hierbei immer dasselbe - einen Jeton, der mit allerlei Daten gefüllt wird und jederzeit unbemerkt ausgelesen werden kann. Wer sofort an den gläsernen Spieler denkt, der hat leider recht!
Was kann der Chip speichern? Auf 256 Bits passt so allerlei: Casino-Name, Chipwert, Typ, Gültigkeitsdaten, Identifikationsnummer und noch vieles mehr, und das alles auf wenigen Quadrat-Millimetern.

Daraus folgt natürlich sofort die Verwendung, denn nun sind Jetons schnell zählbar und auch genau ortbar. In Sekundenbruchteilen ist der Umsatz eines Tisches gezählt, Jetonbewegungen zwischen Kasse, Tisch, Saalchef oder Tronc sind nachvollziehbar oder auch der Tascheninhalt der Zocker, die an jenem Tisch stehen.  Vorbei die Zeiten, wo Zocker ihre Stückchen auf dem Klo gezählt haben, vorbei auch die Zeiten, wo man mal ein paar Stücke in der Tasche mit nach Hause genommen hat, damit die Bank nicht merkt, wie viel man abgeräumt hat.

Vorbei natürlich auch jedwede Möglichkeiten der Jeton-Fälschung oder des Diebstahls. Jeder Spieler wird zum offenen Buch, denn nun ist auch statistisch auswertbar, wie der Spieler im Saldo steht. Mittels statistischer Tests kann ermittelt werden, ob ein Spieler der üblichen negativen Erwartung folgt, oder ob er gar jenseits der dritten Standardabweichung operiert. Vorbei auch die schönen Zeiten, wo der Croupier mal wieder geträumt hat und einem 8 Stücke für die Transversale Simple zugeschoben hat (Stichwort: Menschlicher Irrtum), dazu natürlich auch vorbei die Zeit der lukrativen Wechselgeschäfte zwischen befreundeten Croupiers und Zockern.
Dazu kann noch Personal gespart werden, das lästige Zählen übernimmt nun der Computer – gar eine Einsparung der Stellen bei den Finanzbeamten wäre denkbar. In Amerika bereits auf dem Vormarsch, werden die RFID-Jetons wohl hierzulande hoffentlich noch ein Thema für die nähere Zukunft sein. Grund sind die höheren Anschaffungskosten für Jetons und Hardware, dazu die Vernetzung mit bestehender Casino-Software.
Wer einmal Chips hierzulande in der Hand hatte, die verdächtig schwer sind und die auch keine Seriennummer tragen, der sei beruhigt, denn es handelt sich um normale Chips mit einem Metallkern wie das Foto zeigt.

Zersägter Roulette Jeton

Zersägter Roulette Jeton

Aber wer eines Tages neue Jetons in seinem Casino bekommt, kann ja auch mal die Säge zur Hand nehmen – sicher ist sicher.

[Diesen und weitere Artikel über Kesselfabrikate findet man im aktuellen Buch Roulette und Physik ]

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