Lager und Rotor
Posted on November 11th, 2008 in Kesselfehler, Bias Play |
Der Rotor sitzt bei allen Kesseln auf einer Spindel und läuft auf einem oder mehreren Kugellagern. Die Spindel kann in der Höhe feinjustiert werden und sitzt auf einem gegossenen Käfig oder einer stabilen Metallscheibe. Schadhafte Lager können einen Kessel stark verlangsamen und es den Kesselguckern schwer machen, zudem kann eine schlechte Höhenjustierung eine kleine Hürde für die Kugel beim auftreffen auf den Nummernkranz erzeugen, die dann zu mehr Kranzrollern führt.
Die obigen Fotos stammen von einem
Kies-Kessel. Andere Fabrikate lassen ein Walzenlager um einen Dorn laufen, der fest mit der Bodenplatte fixiert ist. Dies ist zum Beispiel bei Jost-Kesseln der Fall, wie hier zu sehen.
Um den Dorn läuft hier ein Zylinder, in dem das Walzenlager sitzt. In das obere Gewinde wird ein Distanzstück eingeschraubt, das die Höhenjustierung des Kessels ermöglicht. Der Rotor wir dann einfach auf den Zylinder gesteckt
Da der Rotor aus einem massiven Werkteil besteht, kann es hier im Produktionsprozess zu kleinen Unwuchten kommen, die behoben werden müssen. An diesem alten Jost-Kessel wurden kleine Gewichte an die „zu leichten“ Stellen geschraubt, um wieder einen harmonischen Gleichlauf des Rotors zu gewährleisten.
Läuft der Rotor unrund, kann sich dies in einem fast schlackernden Lauf äußern, oder es kommt sogar zu Vibrationen. Interessant wird es, wenn ein Bereich des Rotors eine schnellere Geschwindigkeit bekommt. Dies kann man sich mit einem kleinen Gedankenexperiment am einfachsten vorstellen.
Wir stellen uns ein Glücksrad vor, das an ein Stativ angehängt wurde. Nun befestigen wir an der Position des Hauptpreises (nehmen wir mal ein Stern-Symbol) ein schweres Gewicht. Jetzt kippen wir das Rad immer weiter und drehen das Glücksrad. In Rotation versetzt wird dieses Konstrukt nun starke Geschwindigkeitswechsel erfahren, egal ob in der schiefen Ebene oder sogar in waagerechter Lage. Nicht umsonst lässt man als Autofahrer die Reifen auswuchten.
Moderne Kessel verfügen über hochpräzise Kugellager, die nahezu wartungsfrei ihren Dienst tun. Nichtsdestotrotz sind die Kugellager dem (un)fähigen Casino-Personal ausgeliefert. Es gab ein Casino, wo das Wartungspersonal auf Original-Kugellager verzichten wollte und schlicht welche aus dem nächsten Eisenwarengeschäft besorgte. Die Fertigungstoleranzen waren komplett verschieden und das Lager führte nach einiger Zeit zu einem merkwürdigen Verhalten des Rotors.
[Diesen und weitere Artikel über Kesselfabrikate findet man im aktuellen Buch Roulette und Physik ]
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