Kesselgucker und ihre Methoden
Posted on November 5th, 2008 in Kesselgucken, Ballistik, Visual Play, Meine Sicht der Dinge |
Es gibt sie noch, und sie sind erfolgreicher denn je: Kesselgucker. Die Kunst wird weiterhin im verborgenen ausgeübt und weiter verfeinert. Mittlerweise ist wohl jeden der Name Christian Kaisan ein Begriff: “der Sachse” - prominent und bekannt aus Film, Funk & Fernsehen. Aber eine neue Generation formiert sich für den Angriff auf die Casinos und Spielbanken. Derzeit gibt es auch viele Einflüsse aus Amerika, dort ist das VB-play (visual ballistics) schwer im Kommen.
Um den Novizen und den Profis unter den Kesselguckern auf die Sprünge zu helfen, wurde diese Webseite initiiert. Hier werden in loser Folge Fachartikel präsentiert, die einzelne Facetten der Thematik näher betrachten sollen. Das ganze Geheimnis wird hier natürlich nicht gelüftet - Feind liest mit! Wer weiterkommen will, kann uns gerne per E-Mail kontaktieren!
Trotzdem wollen wir hier einige Methoden näher vorstellen:
Abzählmethode
Die einfachste aber auch gefährlichste (weil ungenaueste) Methode ist einfach mal eine bestimmte Anzahl Kugelumläufe an einer Raute abzuzählen, um dann in Umlauf x einfach die Zahl unter der Raute abzulesen und diese dann über viele Coups mit dem jeweiligen Coupergebnis in Beziehung zu bringen. Funktioniert nur, wenn die Rotorgeschwindigkeit, die Anzahl der Kugelumläufe und die Kesselschräglage immer gleich bleiben. Also etwas für Gewohnheitstiere unter den Croupiers und Kessel an denen sich nix ändert. Leider macht jede kleinste Änderung (andere Kugel, etwas schneller Scheibe, etc.) alles zunichte. Aber wenn man stabile Bedingungen hat und diese auch genau kennt, dann kann man selbst so easy gewinnen - aber das ist eher selten. Wir könnten also beispielsweise immer die fünfte Umdrehung der Kugel, oder anders gesagt das fünfte Passieren der Kugel an einer Referenzraute, beobachten.
Wir haben dort die Zahl 4 beobachtet. Wäre das Ergebnis des Coups dann z.B. die 1, dann würde man nach einigen ähnlichen Coups vermuten, dass unsere fünfte Beobachtung immer ziemlich genau gegenüber des prognostizierten Coups liegt. Oder es bildet sich ein anderer konstanter Abstand, z.B. immer 10 Zahlen in Laufrichtung, o.ä.; es könnte auch lohnen, der Einfachheit halber stets nach der Umdrehung zu suchen, deren Kreuznummer nahe dem Coupergebnis liegt. Man notiert dann einfach mal einige Kreuznummern und schaut welche Runde am besten liegt. Wenn es nicht die vierte oder die fünfte Runde ist, vielleicht hat man ja mit der sechsten oder einer anderen Runde mehr Glück. Ein einfacher Einstieg in die Materie und wie gesagt manchmal sogar erfolgreich. Bei der Datenerhebung aber nicht vergessen die Roller und Querschüsse auszusortieren.
Die akustische Methode
Wir hören uns in den Coup hinein! Diese Methode ist was für Spock oder ähnliche Spitzohren, denn man trachtet danach zu hören, wann die Kugel einen bestimmten Umlauf mit bestimmter Geschwindigkeit absolviert. Wenn die Kugel eingeworfen wird hört man oft ein schnelles “Rrrrr-Rrrrr-Rrrrr-Rrrr”, das dann schlagartig in ein sanftes “Roooh-Roooh-Roooh-Roooh” übergeht. Einfach auf das erste “Roooh” warten und in der nächsten Runde an einer Referenzraute ablesen, dann wie immer mit dem Coupergebnis in Beziehung setzen und eventuell die Raute anpassen - kann klappen, wenn am Tisch nicht gerade zu viel gejubelt wird. Unter guten Bedingungen sind mit dieser Methode Traumrenditen möglich. Leider sind hierbei laute Gäste oder Automaten im Spielsaal absolut kontraproduktiv.
Es gilt auch die Rollgeräusche zu kategorisieren, da manches laute Rollgeräusch auf das Konto einer Unregelmäßigkeit in der Laufrinne geht und nicht der Verlangsamung der Kugel zuzuschreiben ist. Die akustische Methode funktioniert sehr gut bei großen und schweren Teflon- oder Nylon-Kugeln.
Die Messmethode
Wir haben eine Stoppuhr in der Tasche und stoppen die einzelnen Kugelrunden, bis wir zu einer bestimmten Runde kommen, die man vorher ausgesucht hat. Dann an einer Referenzraute ablesen, dann wie immer mit dem Coupergebnis in Beziehung setzen und eventuell die Raute anpassen. Eigentlich ist es eine Binsenweisheit, sich mit der Uhr an den Tisch zu stellen. Denn leider sind Stoppuhren sicher schnell Thema für ein Gespräch mit dem Saalchef, aber eine Uhr mit Chronographen-Funktion am Handgelenk lässt sich sicher gut getarnt bedienen. Es sollten aber mindestens Zehntel-Sekunden zu stoppen sein.
Tipp: Hier gibt es eine tolle Multi-Track Stoppuhr zum herunterladen für den PC. Daten werden in einer Protokolldatei ausgegeben, die mit Excel ausgewertet werden kann.
Die Rhythmusmethode
Statt Stoppuhr haben wir fleißig trainiert und haben ein festes Zeitintervall im Kopf, also zählt der Musiker 1-2-3-4 oder der Schriftsteller murmelt ein Wort, das genau 1 Sekunde lang ist (z.B. „Dummbeutel”), oder man hat es irgendwie im Gefühl, wann eine Sekunde um ist. Mit diesem trainierten Zeitgefühl können wir nun einen bestimmten Kugelumlauf ermitteln.
Dies sind einige Methoden zur Ermittlung eines bestimmten Fixpunktes im Coup. Es gibt noch einige mehr, die aber nur Variationen der hier vorgestellten Basis-Methoden darstellen. Nun wissen wir, wann wir beobachten sollten, aber noch nicht genau wo.
[Diesen und weitere Artikel über Kesselguckersysteme findet man im aktuellen Buch Roulette und Physik ]
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2 Responses
Hi,
Die Kesselgucker nutzen doch den Stroboskopeffekt zwischen Scheibe und Kugel ???
MfG L.
nicht ganz… der Stroboskop-Effekt (http://de.wikipedia.org/wiki/Stroboskopeffekt) würde eintreten, wenn man immer am Kreuzen zw. Kugel und Referenznummer die Augen öffnet… Ein Gucker brauch nur zu wissen wann und wo es die Prognose abzulesen gilt. Und dafür gibt es 12 mir bekannte Methoden… sicher noch mehr… fußen aber alle auf ähnlichen Basis-Bedingungen.