Christian Kaisan - “Der Sachse”
Posted on September 30th, 2009 in Casino News, Kesselgucken, Ballistik, Visual Play, News |
Galileo Mystery “Wie knackt man eine Spielbank” auf Pro7
Wer zur Zeit in den Spielbanken ein offenes Ohr hat, der wird sicher das ein oder andere Getuschel beim Casino-Personal oder bei den Spielern über den “Sachsen” und “Galileo Mystery” auf Pro7 vernommen haben. Unlängst hat sich nämlich der wohl bekannteste deutsche Kesselgucker wieder mal im Fernsehen blicken lassen und wiederholt für ein wenig Furore gesorgt.
Wer gleich mal den betreffenden Beitrag anschauen will, der kann sich die Folge aber sicher auch bald auf der Galileo Mystery Homepage anschauen.
Auf YouTube.com gab es den kompletten Beitrag zu sehen, aber die Videos wurden gelöscht - die Suchfunktion dort fördert es vielleicht wieder zu Tage…
Was passiert?
Pro7 lässt den allseits bekannten Moderator Aiman Adballah samt Experten-Team auf eine deutsche Spielbank los. Ziel war es, zu zeigen wie man bei den drei klassischen Casino-Spielen Black Jack, Poker und Roulette abseits klassischer Systeme gewinnen kann. Für die Disziplin Roulette wurde dann kein geringerer als der bekannte “Sachse” Christian Kaisan als Profi verpflichtet, der auch im Gespräch mit dem Moderator die Grundzüge des Kesselguckens erläutert. Es sei gleich gesagt, dass man nach dem Genuß nicht gleich zum Kesselgucker wird, aber zu Einstieg ist es ganz nett. Da der Sachse und seine Nase ja allseits bekannt sind und er wohl von hier bis überall bis ins übernächste Jahrtausend gesperrt ist, musste für ihn auch ein Kollege ran.
In bester Manier von “Ocean´s 13″ stürmen dann ein Profi Black Jack-Counter aus Amerika, ein Poker Crack aus Deutschland und der Kesselgucker (sonst in Verkleidung) samt Ablenkungsteam die Spielbank Berlin, die sich wohl als einzigste zu dem kleinen Experiment bereit erklärt hat. Das Casino-Team war bis auf den Chef nicht instruiert und es wurde somit gleich mitgetestet, ob Croupiers und Chefs die Profis unter den Spielern bemerken und das Spiel gegebenenfalls unterbinden.
Jeder der Spieler war mit etwas Kapital ausgestattet und sollte 500 Euro Plus machen ohne aufzufallen - sagen wir gleich wie es kommen musste: der Kesselgucker hat gewonnen, ist aber kurz davor gewesen sich einen Jagdschein vom Saalchef einzufangen. Der Counter hat alles verzockt und der Poker-Pro war leicht im Plus.
Meine Meinung:
Ein netter Report, der darunter leidet auf Pro7 entstanden zu sein. Hektische Schnitte, sinnlose Kommentare und Effekthascherei reihen sich aneinander, eine ernsthafte intensive Auseinandersetzung mit der Materie fehlt. Sicherlich fehlt hierzu auch die Zeit, um alle drei Methoden intensiv zu erörtern. Man hatte ja den Sachsen an Board, hätte also weitaus mehr in punkto Kesselgucken draus machen können. Witzig war der Demonstrationscoup an einem uralten Caro-Kessel, den wohl jeder Gucker getroffen hätte. Bösen Zungen unken gar, man hat ja bei einem vier-vier quasi eine Viertelchance und im TV eh die Möglichkeit es solange zu filmen, bis es passt - aber lassen wir das mal außen vor.
Eines hat der Bericht gezeigt: Es gehört heutzutage viel Fingerspitzengefühl dazu, um in den Casinos nicht als Gucker aufzufallen. Selbst der BJ-Counter muss aufgefallen sein, er hat ja sogar versucht seine Mitspieler am Tisch zu coachen. Das mitgebrachte Kesselgucker-Team zur Ablenkung war auch eher kontraproduktiv, die Typen zu auffallend in Habitus und Setzweise, aber gut fürs Fernsehen. Schön zu sehen, wie ein guter BJ-Counter an den strohdoofen Mitspielern scheitert, die von Basisstrategie gar keine Ahnung haben. Die gespielten Poker-Hände waren nett, aber ein Abend ist niemals repräsentativ für die Güte eines Pokerspieler (aber ich denke er kann schon was…). Was mich wundert ist schlicht die Tatsache, daß sich ein weiterer Gucker im TV ablichten lässt - die nächste Sperre hier oder dort scheint vorprogrammiert.
Zur Zeit, wo der Bericht samt Wiederholungen auf Pro7 ausgestrahlt wurde, konnte man den Sachsen in der Schweiz antreffen, wo er sein Spiel anscheinend noch praktizieren darf. Wer die Gelegenheit hat, kann ihn ja dort fragen, warum 17-drei-drei denn nun kommen muss…
Schauen wir mal, wie viele Leute sich nun vom Kesselgucker-Fieber anstecken lassen und auch versuchen diese schwarze Kunst zu erlernen. Zeit wird es ja für einen Generationenwechsel… fraglich auch wie nun die Spielbanken reagieren. Unlängst wurde wieder ein Gucker in Saarlouis gesperrt…
Literaturtipps:
“V - Vendetta” - Kesselguckeranleitung
“Roulette und Physik” - das Standardwerk
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