Ich hatte ja bereits in meinem Artikel “Falschspiel mit positiver Erwartung” einige Praktiken der Casino-Betrüger (engl. Cheater, Scammer) beschrieben. Folgendes Video illustriert die üblichen Tricks der Past-Poster (Nachsetzer) in bester Weise:
Hier soll natürlich keine Anleitung zum Falschspiel gegeben werden, aber es sei jedem Spieler angeraten die Tricks zu kennen. Denn wer bei Tisch …lesen Sie den Rest des Artikels »
Carl Sampson hat hat in seinem Buch “Killer Roulette” den Croupiers ja eine Fingerfertigkeit unterstellt, die per Beweis nur im Labor zu verifizieren wäre, nämlich das sogenannte ‘Zielwerfen’. Den Beweis für andere Fertigkeiten der Croupiers hat aber schon die Staatsanwaltschaft erbracht. Der Croupier soll ja stets neutraler Helfer und Spielarrangeur sein, aber was passiert, wenn die Neutralität zugunsten eines Spielers verlassen wird, wie es z.B. in Bad Kissingen geschah? Es entsteht ein illegales Spiel mit positiver Erwartung und somit die einzige Spielform, die wirklich eine Erwartung von bis zu 3500% (und sogar mehr) generieren kann. Nicht spielen sondern schummeln. Eine einfache, aber geniale Erkenntnis.
Einstein weiß auch beim Roulette bescheid!
So wird dem Altvater der modernen Physik Albert Einstein der kluge Ausspruch: „Man kann beim Roulette nur gewinnen, wenn man Jetons vom Tableau klaut“ zugesprochen. Es geht auch eleganter.
Die Techniken sind oft althergebracht, aber stets noch effektiv. Als Klassiker zählt die Poussette , hierbei wird ein Jeton nach Kugelfall geschickt auf eine gewinnende Chance geschoben. Die Amerikaner bezeichnen diese Geschicklichkeit als „past-posting“, also „nachsetzen“. Ausgeführt wird die Aktion entweder geschickt per Hand, per umgebauter Zigarettenschachtel mit Gummizug, oder per Krawatte mit Jeton-Reservoir – der Kreativität sind beim Basteln kaum Grenzen gesetzt. Eigentlich fast unmöglich ohne Mitwissen und Handaufhalten der Croupiers und Tischchefs, aber stets lukrativ. Solange, bis der Schwindel auffliegt. Im Idealfall macht es der mitwissende Kopf-Croupier selber und lenkt die 5000er Platte per Ellenbogen auf das gewinnende Dutzend. Dieser simpel anmutende Trick funktionierte laut Unterlagen der Staatsanwaltschaft acht Monate in einer deutschen Spielbank. Der Schaden dürfte beträchtlich gewesen sein.
Ein weiterer Klassiker ist das Spiel „Hm-Krr-chch-zwo-zwo“. Ein Spieler nuschelt, räuspert oder hüstelt seine undeutliche Annonce für den (mitwissenden) Croupier, der dann für den Spieler stets ein gewinnendes Stück aus der Annonce platzieren kann. Ein riskantes Spiel, denn es darf keine nörgelnden Mitspieler am Tisch geben und die gesamte Tischcrew muss mit unserem kriminellen Spieler im Boot sitzen. Die Bereitschaft das im Geld schwimmende Boot gegen eine Gefängniszelle zu tauschen gehört hier auch dazu.
Sogar ein Spiel mit positiver Erwartung ohne lästiges Setzen existiert. Die Kugel muss nicht rollen und selbst mehrere Promille im Blut sind kein Hinderungsgrund. Unser gewitzter Spieler und der korrupte Croupier stecken wieder mal unter einer Decke und der Deal spielt sich beim Jetonwechseln am American-Roulette-Tisch oder Quick-Table ab. Ein 100$-Chip soll gegen einen Stack 5er-Chips getauscht werden. Ein normaler Vorgang, aber nur dem genauen Betrachter fallen die falschen drei Hunderter-Jetons unter den 17 richtigen 5er Jetons auf. Die Kamera an der Decke („the eye in the sky“) hat es da schwerer, sie sieht ja nur den obersten Fünfer auf dem Stack. Wozu noch spielen, wenn man beim Wechseln schon verdient?
Fakt ist, dass derlei Spielchen getrieben wurden und auch heute noch aktuell sind. Die Beschreibungen von Richard Marcus in seinem Buch „American Roulette“ sind jedem empfohlen, der sich für echte Husarenstücke interessiert. Stories über zusammengeschlagene Zinker und Zocker in Casino-Hinterzimmern ohne Kameras gehören natürlich auch dazu.
Hier soll keine Anleitung zum Falschspiel gegeben werden, aber es sei jedem Spieler angeraten die Tricks zu kennen. Denn wer bei Tisch solche oder andere Tricksereien entdeckt, sollte einen Bogen um denselben machen. Einerseits fällt ja jeder anwesende Spieler unter Generalverdacht, wenn der Schwindel aufgedeckt wird. Andererseits sollte man auch auf die eigenen Stücke sehr wohl Acht geben. Ausgebeulte Taschen sind eine Einladung für Taschendiebe und so manches eigene Stück auf einem Cheval wird schnell mal auf ein gewinnendes Plein verschoben. Für den Poussetteur ein Spiel ohne eigenen Einsatz aber mit garantiertem Gewinn.